Lesebeute: Kein Frieden für Spiegel im Second Life

  • René Martens berichtet in der Funkkorrespondenz 11/2007 ausführlich über den Prozess, den der Spiegel gegen den Bayerischen Rundfunk und die beiden Autoren des Radio-Features “Der Reichstagsbrand- ein Kriminalfall aus der Nachkriegszeit” geführt hat. “Rätselhaft bleibt allemal, warum der ‘Spiegel’ das Verfahren angestrengt hat. Der nun erneut bestätigte juristische Erfolg des Nachrichtenmagazins dürfte kaum den Imageschaden aufwiegen, der durch die Prozessberichterstattung entstanden ist.”
  • Spiegel-Chef Stefan Aust hat sich in seinem Haus gegen einige Experimente mit neuen Titeln gewehrt – im Interview mit Horizont bekräftigt er diese Strategie: “Verlage dürfen ihre Kernmarken nicht vernachlässigen zugunsten hochglänzender, aber möglicherweise erfolgloser Nebenprodukte”.
  • Dass mit dem Wahlausgang bei der Mitarbeiter KG noch nicht alles im Lot ist, berichtet u.a. die Welt:
    Nur zwei der fünf neuen KG-Geschäftsführer waren zuvor schon Mitglieder des Gremiums, das bei allen wichtigen Verlags- und Personalentscheidungen maßgeblich mitbestimmt. Das heißt, drei von ihnen haben den Entschluss, Mario Frank als Verlagsgeschäftsführer zu holen und Karl Dietrich Seikel vorzeitig abzulösen, nicht mitbestimmt. Aust ist gestärkt, Frank geschwächt. Das ist die Ausgangsbasis für den neuen Machtkampf, der fatal wäre, aber wahrscheinlich ist.

  • Wer sich über Ostern kultiviert mit dem Spiegel beschäftigen will, der findet im Haus der Geschichte (Bonn) noch bis zum 22. April 100 Titel-Illustrationen ausgestellt.
  • Jörg-Olaf Schäfer befasst sich mit unserem gemeinsamen Lieblings-Auto-Journalisten
    Tom Grünweg.

  • Über die “Web 2.0”-Tauglichkeit von SpOn doziert Peter Turi. (Dazu SpOn)
  • Die taz will den Hype um Second Life nicht teilen, der sich beim Spiegel auf einem Cover und im Sponto-Tagebuch äußert.
  • Fast beruhigend war, bei Stefan Niggemeier zu lesen, dass auch er auf seine Anfragen von der SpOn-Redaktion keine Antwort bekommt. Nichts desto trotz – liebe mitlesende Spiegel-Menschen: wir versuchen es weiter, ungerührt. Im Gegensatz zu euch haben wir ja auch Zeit.
  • In eigener Sache verweisen wir auch die Liste deutschsprachiger Medienblogs. Spiegelkritik steht ganz ordentlich da – und die Entwicklung geht kontinuierlich aufwärts (innerhalb des Monats seit Erstellung der Rank-Liste 12% mehr Links, heute: 111 linkende Blogs)

    Weil so lange keine “Lesebeute” erschienen ist, haben wir einige heute nicht mehr top-aktuelle bzw. nur mit längeren Erklärungen verständliche Verweise weggelassen.

  • Iran pfui-bäh

    Meinung ist im Journalismus eine gute Sache – wenn man sich ihr bewusst. Schließlich ist alles reine Ansichtssache: Was ein Thema ist und was nicht, wie viel Raum diesen und jenem gegeben wird, ob neben X und Y auch Z zu befragen ist and so on.
    Diese so sehr entscheidende Meinung nicht zu verbergen, kommt dem Selbstbestimmungsrecht des Journalismus-Konsumenten entgegen. Noch wichtiger aber ist, eine Meinung zu begründen. Nur dann machen Nachrichten Sinn. Und nur so hat hoffentlich Hanns-Joachim Friedrichs sein ewig zitiertes Berufsethos gemeint: “Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein.”
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