Alexander der große Verbrecher

Eine Stunde “was mit History” bei Deutschlandfunk Nova – und es war wie einst im Schulunterricht, wo die Heldentaten der großen Herrscher mit Jahreszahlen verbunden wurden. Die Sendung vom 11. Oktober feierte Alexander den Großen als großen “Feldherrn”. Man muss sicherlich nicht jeden Deppen bei jeder Erwähnung einen Deppen nennen, den Rechtsextremen nicht immer Nazi…

Tagesspiegel: Von Katastrophe bis Katastrophe

Der Checkpoint Newsletter des Tagesspiegels ist so erfolgreich, weil er süffisant kommentiert, was in der  Stadt Berlin passiert. Dabei darf und muss zugespitzt werden, Ausgewogenheit ist nicht das oberste Ziel. Für die Journalistik dürfte das recht ergiebig werden, wenn sich mal jemand an die detaillierte Auswertung machen wird. Denn vom Querlesen her ist zu vermuten,…

Kluger Kopf komm’n’ziert nicht gern (Korinthe 92)

Während Spiegel-Online auf einen Fehler unterhalb der Eklat-Schwelle, immens beschäftigt mit der Qualitätssicherung am Beginn der Post-Relotius-Ära, erst gar nicht reagiert, nehmen Kollegen der FAZ doch schon am Folgetag das Gelächter über einen Bockschuss des Hauses zur Kenntnis. Was zum Social-Media-Sendungskonzept aber auch dort nicht gehört: irgendwie mit der Community zu kommunizieren, die man sich…

Negativpreis “Verschlossene Auster” für den SPIEGEL

Juan Moreno erhält den “Leuchtturmpreis” des “Netzwerk Recherche” 2019. Der Verein “würdigt damit die Aufdeckung der Relotius-Manipulationen durch den freien Spiegel-Reporter. ‘Juan Moreno hat seinen journalistischen Kompass und seine Unabhängigkeit beispielhaft bewiesen. Er hat hartnäckig und mutig gegen Widerstände im eigenen Haus recherchiert und dabei viel riskiert – um schließlich zu enthüllen, was lange niemand wahrhaben…

Fliegenschissjournalismus

Der Drang vieler Journalisten und fast aller ihrer Medienbetriebe zur Skandalisierung ist wirklich in gesundheitsgefährdendem Ausmaß eklig. Obwohl es ja zur Routine von uns Medienkonsumenten gehören müsste, diese billigen Inszenierungen rein um des eigenen publizistischen Vorteils willen zu ignorieren, treibt mir jede dieser Schwachsinnsaktionen den Puls in die Höhe. Weil es so billig  ist. Weil…

Korinthe (90): Verbotene Messer werden verboten

Illustrationen zu journalistischen Artikeln werden redaktionell oft als Füllstoff gegen Textödnis gesehen, Insbesondere, wenn ihnen der Hinweis “Symbolbild” angepinnt wird, ist der Informationswert meist null – es sei denn, das Symbolbild verrät, dass da jemand gar keine Ahnung hat von dem Thema, das gerade publiziert wird. Glyphosat ist immer wieder ein Paradebeispiel dafür. Oder aktuell…

Korinthe (89): Europa wählt nicht

“Europa wählt”, bekommen wir derzeit allenthalben zu hören und zu lesen. Dabei wäre der Totum-pro-parte-Spaß doch größer, käme er der Realität näher: “Europa wählt nicht” muss es eigentlich heißen. Weil nicht nur etwa ein Fünftel der Einwohner gar nicht wählen dürfen, sondern von den Wahlberechtigten in der Vergangenheit weniger als die Hälfte etwas aus dem…

Derdiedas meiste (Korinthe 88)

Unter anderem “Übermedien” hat vor zwei Wochen auf eine arg schräge Medienrezeption der Antwort auf eine belanglosen Anfrage der AfD im Landtag Saarland hingewiesen. U.a. unser Liebling Spiegel.de hatte per Überschrift behauptet: “Die meisten Messerangreifer heißen Michael“. Die vor allem in Reduktionsdiensten wie Twitter,  aber etwa auch bei der Saarbrücker Zeitung vermittelte Botschaft lautete, politisch…

Satire ist kein Fake

Es war ja klar, dass seit dem 19. Dezember 2018 alles mögliche “Fake” und “Relotius”  ist. Dass der Skandal zu diversen Grundsatzdiskussionen führt, ist ein schöner Nebeneffekt. Was dabei aber alles durcheinander gerät, ist unschön. So haben diverse Professoren die Gelegenheit genutzt, ihr Credo zu beten, es gebe keine Objektivität im Journalismus, keine Wahrheit, keine…

Dauerbrenner Silvesterfeuerwerk und kein Ende in Sicht

Es klingt so gut: privates Silvesterfeuerwerk verbieten. Weniger Verletzte, weniger Müll, weniger Feinstaub, und natürlich Brot statt Böller. Nur: Ein solches Verbote wäre völlig undemokratisch, auch wenn es die Mehrheit fordern sollte. Und die Medien klären nichts, sondern rühren den Brei jedes Jahr neu an.