Polizeijournalismus gesucht

Der Berliner Tagesspiegel wirbt in seinem heutigen Newsletter folgendermaßen für einen Artikel: >>die Unfallmeldungen der Polizei klingen oft wie aus der Perspektive des verständnisvollen Beifahrers geschrieben: Der Autofahrer „konnte einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern“, „nicht mehr rechtzeitig bremsen“, „nicht mehr ausweichen“. Die Radfahrerin oder der Fußgänger dagegen „wurde touchiert“, „erfasst“, „stürzte“ oder „kam unter den…

Autopsie: “Diskriminierung an Berliner Schulen verdoppelt”

„Die am weitesten verbreitete Manipulation ist nicht das Hinzuerfinden, sondern das Weglassen”, sagte Brigitte Fehrle kürzlich dem “journalist“, als eine der Erkenntnisse aus ihrer Arbeit in der Relotius-Aufklärungskommission des SPIEGEL Aus unserer langjährigen medienjournalistischen Arbeit können wir bestätigen: der vorsätzliche Fake ist das geringste Problem der  Presse. Schauen wir uns daher in unserer losen Autopsie-Serie…

Recherche bei Polizeimeldungen

Gerade hat der Journalistenskandal “Hitzacker” ersten Geburtstag. Die völlig recherchefreie Übernahme einer Polizei-Pressemitteilung und deren mutige Ausschmückungen hatte zu einer bundesweiten Fehlinformation der Medienkunden geführt und teils heftige Wortreaktionen provoziert, auch aus der Politik. Dabei waren die Kernaussagen falsch, doch sie dienten zahlreichen Lobbyisten als Anknüpfungspunkt für ihre eigene PR, die wiederum dankbar und kritiklos…

Meinung muss auf Recherche gründen

Journalismus muss nicht neutral sein. Journalistinnen und Journalisten haben die Aufgabe, über Ereignisse, Entwicklungen und Zustände fair, sachgerecht und mit der nötigen Distanz zu berichten, aber das Berichtete auch zu interpretieren und zu kommentieren. Genau dazu wurden drei Typen von Darstellungsformen erfunden […] Roger Blum, Ombudsmann des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der Schweiz (SRF) und früher…

Unfassbare Aktionslosigkeit

Eine Polizeimeldung wird zum bundesweiten Aufregerthema. Der journalistische Beitrag der Medien dabei: nahe null. Presse und Rundfunk verbreiten einseitig eine Behördensicht, ohne jede Recherche. Ob die Geschichte überhaupt die Relevanz für eine solche Verbreitung hatte, wurde nicht geprüft – das Stichwort von einer “neuen Qualität der Gewalt gegenüber der Polizei” passte zu perfekt zum schönen Grillwetter an Pfingsten.

FAZ: Wirtschaftsthema fett versemmelt

Fettsäcke sind ein beliebter Tittenersatz in den Medien. Während Journalisten damit nur ihre Brötchen verdienen wollen, verfolgen die wahren Agenda-Setter natürlich ein anderes Ziel: die Unterdrückung ihrer aus den Fugen geratenen Leibeigenen. So jedenfalls die erste Arbeitshypothes des ältesten Fachblogs für Medienkritik. Gratis enthalten: Top-Tipp, wie Sie täglich 38.000 Kalorien für den Preis eines angefressenen Double-Whopper ergattern können.

Ausländerkriminalität: Fragen wird man wohl noch müssen

Dass sich in den Sozialen Medien Leute reflexartig mit Juhu und Bäh profilieren wollen, mit Begeisterung und Verachtung, mit dem lukeschnell aus der Hüfte geschossenen Totalverriss tagelanger journalistischer Arbeit, gehört zur digitalen Ökologie – und die ist wertfrei. Es ist, wie es ist – der Journalismus muss sich des Phänomens nicht groß annehmen. Wenn aber…

Empörung statt Recherche

Ein Bürgermeister hetzt gegen Flüchtlinge, weil er die Impfempfehlungen des Robert-Koch-Instituts verbreitet? Ein bisschen Recherche hätte geholfen.

Ampelmännchen vom Hörensagen

Journalisten schreiben gerne von einander ab. Manche (Internet-)Magazine füllen sich gar überwiegend mit Wiedergaben dessen, was andere irgendwo geschrieben haben. Dass dabei wirklich jede eigene Recherche vermieden wird, ist oft genug penibel korrekt dokumentiert. So etwa beim Deutschlandfunk in der Causa “WDR-Zensur”*: Nach Angaben der “Bild” machte sich Plasberg in der Sendung zum Beispiel darüber…

Mythos Ausgewogenheit

Wie schwer das mit der Meinungsäußerungsfreiheit ist, machen erfreulich viele Kommentatoren deutlich: mit ein bisschen “Je suis Charlie” ist es eben nicht getan. Eine Meinung ist nur dann frei, wenn auch jede denkbare Gegenposition geäußert werden kann. Und das ist, wie u.a. Bettina Gaus in der taz schreibt, alles andere als selbstverständlich, sondern “ein Recht,…