Selbstkritikblog

Wird Spiegel Online bald selbst seine Fehler aufdecken und somit in Konkurrenz zu Spiegelkritik.de treten? Spiegel-Online-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron antwortete auf die Frage des Medium Magazins (Dezember-Ausgabe) nach den künftigen Schlüsselqualifikationen für Journalisten unter anderem:

Die neuen Medien eröffnen uneheure Chancen, Inhalte in neuen Formen darzubieten. Zum Vorteil der Nutzer. Ja, auch in zehn Jahren wird es noch den klassischen Reporter geben, der einen brillanten Text ins Notebook tippt. Aber immer mehr Journalisten dürfen experimentieren, dürfen etwas wagen. Warum nicht einen Schlussredakteur über die Fehler seiner Redaktion bloggen lassen? […] In den Redaktionen – und noch viel mehr draußen im Land – schlummern ungeahnte Talente. Wir müssen uns nur trauen: Mehr ausprobieren, mehr Chancen nutzen.

Nach dieser Ankündigung wird es nicht ganz leicht für Müller von Blumencron, wieder zurückzuziehen – schließlich wäre das das Eingeständnis, dass sich in der Redaktion kein talentierter Mitarbeiter für das hauseigene Watchblog hat finden lassen…

Spiegelkritik.de freut sich freilich über das neue Angebot. Denn erstens belebt Konkurrenz das Geschäft. Und zweitens vergrößert sich so unser Portfolio – denn natürlich werden wir neben dem Spiegel und seinem Online-Ableger auch das Korrekturblog im Auge behalten.

2 Antworten zu “Selbstkritikblog”

  1. mit dem schlußredakteur ist wohl eher bastian sick gemeint, der zwiebelfisch ist aus seiner fehlerkorrektur des spiegel entstanden und war ursprünglich nur intern.

  2. Es geht in dem Artikel um zukünftige Entwicklungen (der Untertitel lautet: “Zehn Fragen zur Zukunft an Experten, die es wissen müssen”) und nicht um das, was Spiegel Online jetzt alles schon macht. Und Sick macht zwar allgemeine Sprachkritik, es geht dort aber nur am Rande um die “Fehler seiner Redaktion”, also Spiegel Online. Genau das schwebt Müller von Blumencron aber wohl vor – und das finde ich auch ein mutiges und spannendes Projekt.

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