Auslandserfahrung im Studium ist an sich prima, aber zu viel vielleicht doch auch nicht immer

Nur 2,3 Prozent der Praktikanten bekamen einen festen Job

titelt Spiegel Online. Als Beleg heißt es im Untertitel:

Nur 150.000 Jobsuchende haben im vergangenen Jahr über ein Praktikum einen festen Arbeitsplatz erhalten. Das entspricht gerade einmal 2,3 Prozent aller Stellenbesetzungen.

Und das ist ein klassischer Statistik-Lapus von Spiegel Online. Verantworlich für diesen Fehler ist wahrscheinlich die schlechte Ausbildung an den Universitäten in Hamburg, Aarhus, Paris und Berlin (dort hat der Autor – Spiegel-Online-Wirtschaftsredakteur Anselm Waldermann – laut seinem auf der Webseite veröffentlichten Kurzlebenslauf VWL studiert). Zur Ehrenrettung der Universitäten kann man auch annehmen, dass für den Fehler die schlechte Koordination zwischen den Universitäten schuld ist, wo bei so vielen Ortswechseln schonmal die eine oder andere Statistik-Übung unter den Tisch fallen kann. Daran immerhin arbeiten die europäischen Bildungsminister gerade, die im Rahmen des Bologna-Prozesses Studienleistungen vergleichbarer machen und Studiengangswechsel erleichtern wollen.

Jedenfalls hätte man aus der Zahl im Untertitel nicht diese Überschrift machen dürfen, denn die 2,3 Prozent beziehen sich auf die Zahl aller Stellenbesetzungen, in der Überschrift aber auf die Zahl aller Praktikanten. Der Prozentsatz müsste also unterschiedlich sein. Um es an einem Beispiel zu erläutern: In 100 Prozent unserer Beiträge hier auf spiegelkritik.de beschäftigen wir uns mit Fehlern im Spiegel oder in Spiegel Online. Dennoch heißt das noch lange nicht, dass 100 Prozent der dort veröffentlichten Artikel einen Fehler enthalten.

Spiegel Online hat den Fehler inzwischen korrigierrt.

3 Antworten zu “Auslandserfahrung im Studium ist an sich prima, aber zu viel vielleicht doch auch nicht immer”

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