Makabres Detail

Dass man bei der juristischen Exegese leicht einmal den Blick für die wichtigen Dinge, das Leben zum Beispiel, verlieren kann, beweist ein Detail im jüngsten Spiegel (35/2007). Im Beitrag „Mit aller Härte“ (S. 48f) wird hier zunächst über den Terror-Status der sogenannten „militanten gruppe“ spekuliert:

„Demnach wäre die „mg“ womöglich gar keine Terrorvereinigung. Die Linksextremisten haben dem Staat zwar wortgewaltig den Krieg erklärt und Polizeiautos, Arbeitsämter oder einen Lidl-Supermarkt angezündet. Sie haben aber darauf geachtet, keine Menschen zu verletzen. Sprengstoff oder Schusswaffen, wie einst bei der RAF, gehören nicht zum Repertoire.“

Und weiter:

„Was wie eine akademische Detailfrage wirkt, hat in der Praxis große Auswirkungen.“

Allerdings! Leben oder Tod!, möchte man den beiden Spiegel-Autoren da zurufen, doch der juristische Laie hat hier natürlich gar nicht das Wesentliche im Blick. Denn:

„Nur wenn es sich um eine terroristische Tat handelt, ist Generalbundesanwältin Monika Harms zuständig, und nur dann steht den Ermittlern jede Überwachungsmöglichkeit zur Verfügung.“

Ein Gedanke zu „Makabres Detail

  1. Pingback: politik-digital.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.