Spiegel leuchtet Hilfsverein zwielichtig aus

Das hat schon ein wenig was von “Haltet den Dieb”:
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Der Spiegel berichtet über einen (mutmaßlichen) Titelmissbrauch durch Markus Dewender, Spiegel-Online sieht dadurch dann den von ihm vertretenen Verein “Kinder brauchen uns” in Misskredit gebracht. Nicht, dass Titelmissbrauch kein Thema für den Spiegel sein kann. Aber die Argumentation des Vereins, das eine habe mit dem anderen nicht viel zu tun, ist schon überzeugend. Schließlich bringen ja die mutmaßlichen Steuertricksereien einzelner Spiegel-Redakteure auch nicht den Spiegel (oder seine Wirtschaftsberichterstattung) ins Zwielicht.


Spiegel-Online schreibt
:

Hamburg – Die Hilfsorganisation “Kinder brauchen uns”, die im Oktober in einer spektakulären Luftbrücke 59 afghanische Kinder zur Operation nach Deutschland eingeflogen hat und jüngst vor Millionen Fernsehzuschauern mit einem Bambi geehrt wurde, wird von einem Hochstapler geführt. Der Vorstandsvorsitzende Dr. h. c. Dr. oec. Markus Dewender, der den Bambi entgegennahm, trägt weder seinen Ehrendoktor noch seinen Doktor der Wirtschaftswissenschaften zu Recht.

Zeit Online schreibt (unter Berfung auf dpa):

Dewender bestätigte Informationen des Magazins “Der Spiegel”, wonach er zu Unrecht einen Ehrendoktor- und einen Doktortitel führe. Er sei einem dubiosen Berater aufgesessen. “Das war mein persönlicher Fehler. Ich war gutgläubig und habe zu leichtfertig und unkritisch gehandelt”, sagte Dewender. Ob er Chef des Vereins bleibe, hänge vom Vertrauen der Mitglieder ab. “Ich bin nicht der Verein. Ich werde den Kopf nicht in den Sand stecken. Ich klebe nicht an diesem Posten.”

Auch SpOn bringt die dpa-Meldung in eigener Sache.

Der Verein erklärt:

“Kinder brauchen uns” weist die Tendenz des Artikels, engagierte Hilfsaktionen und engagierte Helfer abzuwerten, zurück. Gerade “Kinder brauchen uns” hat bewiesen, dass bewusstes, professionelles und unbürokratisches Helfen in der Lage ist, Leben zu retten.

Im Einzelnen erklärt “Kinder brauchen uns”:

1. Wir sind betroffen von den Vorwürfen, Markus Dewender führe zu Unrecht akademische Titel. Zur raschen Aufklärung hat Herr Dewender eine Selbstanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft erstattet. Der Verein begrüßt diese Selbstanzeige. Die Titel werden von Herrn Dewender nicht mehr geführt.

2. Markus Dewender lässt seine Vorstandsaufgaben bis auf weiteres ruhen. Seine Aufgaben werden zunächst von den anderen Vorstandsmitgliedern wahrgenommen.

3. Der Verein bedauert, dass die unbestritten hervorragenden humanitären Leistungen von Markus Dewender in den Hintergrund zu treten drohen und der “Spiegel” sie in der Berichterstattung außen vor lässt. Der Verein hat in den vergangenen Jahren rund 300 schwer erkrankten oder schwer verletzten Kindern zur Genesung in Deutschland verholfen. Daran hat Markus Dewender entscheidenden Anteil. Die Kinder hätten in Afghanistan keine Überlebenschance gehabt.

1 Antwort zu “Spiegel leuchtet Hilfsverein zwielichtig aus”

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