Zuviel PR bei evangelisch.de

Was “evangelisch.de” eigentlich will, ist mir vom Start an unklar (was mich aber nicht überrascht, schließlich ist auch hier Arnd Brummer verantwortlich, der schon als Chefredakteur des Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt Profil vermissen ließ) – aber das gehört hier nicht hin. Unter dem journalistischen Gesichtspunkt ist ein zentrales Problem, dass bei evangelisch.de redaktionelle Teile und PR nahtlos ineinanderübergehen.

Dass Pressemitteilungen unverändert übernommen werden, kommt auch bei anderen Medien vor und ist nicht weiter tragisch – wenn es entsprechend gekennzeichnet wird. evangelisch.de geht aber noch weiter und lässt sich gleich von (kirchlichen) Pressestellen beschicken (so etwa in der sehr lückenhaften Rubrik “Regionales”).

Andererseits geben die wenigen Redakteure manchmal einen durchaus persönlichen Laut von sich (Henrik Schmitz: “Beim Bauer-Verlag denkt man offenbar, dass man Verstopfung am besten mit Dünnpfiff beikommt”).
Zumindest wenn das Portal auch als journalistisches Medium ernstgenommen werden möchte, müsste hier sauber getrennt werden: was ist (kommentierte) Recherche, was ist Verlautbarung. (Tg)

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