Sprachkritik: kaufen vs. bestellen

Die juristischen Finessen lassen wir hier mal außer Acht, wenn es darum geht, dass in der Betreffzeile eines SZ-Newsletters steht „Ukraine kauft ‚Rafale‘-Jets“, während es in der Überschrift des Textes heißt: „Die Ukraine bestellt große Menge französischer Kampfjets“.

Denn der entscheidende Unterschied für den (flüchtigen) Leser (auf den Newsletter ja bauen müssen, Klick-Interesse hin oder her) wird bei der SZ schon im Teaser deutlich:

Es ist also noch völlig offen, wer den „Kauf“ bezahlten wird – bzw. über welche Zuwendungen dies möglich werden soll.

Wir können daraus unter anderem ableiten, dass die Ukraine die ‚gekauften‘ Waffen noch gar nicht besitzt – und auch offen ist, ob sie diese jemals besitzen wird.

Die Nachrichtenkonsumenten bringen schon genug durcheinander, nachdem sie irgendwelche Schnipsel irgendwo aufgefischt haben. Da sollten doch die Redaktionen so sorgfältig arbeiten, das Missverstehen nicht auch noch zu fördern.

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