Kategoriearchiv: Spiegel Online

Gutenberg-Bibliothek bei SpOn offline

Im Zuge des Relaunches ist die Bibliothek des Gutenberg-Projektes derzeit bei Spiegel-Online nicht zu erreichen.

chefredakteur Rüdiger Ditz versichert aber, dass an der Beseitigung des Fehlers intensiv gearbeitet werde. Man sollte also darauf verzichten, voreilig Wikipedia-Links zu überarbeiten.

Update 16:53: Gutenberg scheint wieder vollständig da zu sein.

Spiegel dementiert: Keine illegale Datensammlung

Turi2 machte seinen mindestens 50% zu häufig erscheinenden Newsletter heute früh mit der Meldung auf: „Hat der „Spiegel“ ein Datenschutz-Problem im eigenen Haus? Der „Spiegel“-Kritiker Torsten Engelbrecht berichtet in seinem „Spiegelblog“ von einem „klaren Verstoß gegen den Datenschutz“ bei der „Spiegel“-Abo-Tochter Quality Service.  […]“. Demnach seien zum einen Daten für die Mitarbeiter zugänglich auf einem Server aufbewahrt worden. Zum anderen gäbe es eine Ranking-Liste von Mitarbeitern mit den meisten Fehltagen. Damit „verfolge der SPIEGEL ausgerechnet über seine Tochterfirma QS eine menschenunwürdige und sogar illegale Praxis, die das Magazin bei anderen Unternehmnen oft und heftig kritisiert hat“, heißt es im Spiegelblog.

Auf Anfrage ließ uns Spiegel-Sprecherin Anja zum Hingst folgende „gemeinsame Stellungnahme des SPIEGEL-Verlags und des Betriebsrats des Quality Service zu der auf www.spiegelblog.net aufgeworfenen Frage: Sammelt der SPIEGEL illegal Krankendaten über seine Callcenter-Mitarbeiter?“ zukommen, mit der die Zugänglichkeit der Daten eingeräumt, eine illegale Sammlung jedoch bestritten wird:

„Nein, die SPIEGEL-Tochterfirma Quality Service (QS), zuständig für den Abonnentenservice der SPIEGEL-Gruppe, sammelt keinesfalls illegal Krankendaten über ihre Mitarbeiter. Die dortige Erfassung von Arbeitsunfähigkeitstagen und weiteren Abwesenheitstagen erfolgt im Rahmen der üblichen und betrieblich notwendigen Maßnahmen. Sie dient ausschließlich der quantitativen Ermittlung von Fehlzeiten, die von Unternehmen erhoben werden müssen. Bedauerlicherweise sind die vertraulichen Daten nicht gesichert gespeichert und in einem für die Mitarbeiter des QS zugänglichen Ordner abgelegt worden. Dieser Fehler wurde vor zwei Wochen festgestellt und umgehend behoben. Die Mitarbeiter des QS wurden anschließend darüber informiert. “ (18. August 2009, 15:12 Uhr)

Lesebeute: Leserreporter suchen behinderte Zeitbomben

+ Der aktuelle Spiegel-Titel (28/2009) mit der Unterzeile „Warum auf den Ersten Weltkrieg ein zweiter folgen musste“ lädt nicht gerade zum Lesen ein. Arno Widmann hat es aber womöglich getan und muss sich in der FR sehr aufregen.

+ Schon im Editorial des Spiegel 26/2009 wird auf einen recht merkwürdigen Beitrag hingeweisen („Wie bayerische eltern mit einem behinderten Kind leben, das sie abtreiben lassen wollten“).
Bei Oliver Tolmein, der u.a. auf journalistische Fehler hinweist, gibt es eine Diskussion dazu

+ Süddeutsche.de vermutet hinter dem großen Bauer-Interview im Spiegel 27/2009  – obwohl bzw. wohl ob es gähnend langweilig ist – einen Deal, mit dem eine eigene, bereits zu Pfingsten fertige Geschichte verhindert werden sollte. Wer sich für Spekulationen interessiert, hier.

+ Auch der Spiegel muss sparen und wird Stellen streichen, berichtet das Hamburger Abendblatt.

+ Der vorherige Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust moderiert mit Sabine Christiansen einen Talk und soll für die WAZ neue Print-Konzepte entwickeln, weiß u.a. meedia.

+ Zum Beitrag von Reinhard Mohr über „Deutsche Linke und Iran“ gibt es viele Kommentare. Wir verweisen mal auf Spiegelblog und Nachdenkseiten, die noch einen interessanten Hinweis auf Jürgen Elsässer veröffentlichen.

+ Patrick Beser wundert sich, dass Spiegel-Mobil auch Leser-Reporter sucht.

Korinthe (74): Pinguin-Begegnung

nordpol-pinguin

BU: „Im April 2006 nahm Albert II. an einer Nordpolexpedition teil, die anlässlich des 100. Jahrestages der Arktisexpedition seines Ururgroßvaters, Fürst Albert I., veranstaltet wurde.“

Darüber hatte Spiegel-Online bereits am 16. April 2006 berichtet (damals und bis heute dort allerdings Albert I. zum Großvater heranverwandtschaftet). Pinguinen begegnete Altert II aber wohl eher 2009  auf der anderen Seite am Südpol (wie es auch zahlreiche Medien zu diesem Foto schreiben).

Horizontale Vielfalt

Das Wall Street Journal berichtete am Montag, dass der Iran zur Kontrolle der Kommunikation des Landes auf technischen Support aus Europasetzt (Iran’s Web Spying Aided By Western Technology):

„The Iranian regime has developed, with the assistance of European telecommunications companies, one of the world’s most sophisticated mechanisms for controlling and censoring the Internet, allowing it to examine the content of individual online communications on a massive scale.“

Ausführlich greift das die Süddeutsche auf, zunächst online („Deutsche Technik für iranische Spitzel?“), dann auch print („Überwachung made in Germany“, u.a. mit Bluthund Hans Leyendecker). Auch die Welt legt nach einer ausführlichen, mit dpa gekennzeichneten Meldung über Zensur im Iran („Neda gibt Widerstand im Iran trauriges Gesicht“) nach („Nokia Siemens soll Iran bei Zensur geholfen haben“). Das Agenturmaterial findet sich auch an anderen Stellen, etwa in der Kölnischen Rundschau, FR-online und anderen.

Nur beim Marktführer Spiegel-Online wird man derzeit noch nicht fündig. Dort wird stattdessen Siemens „grüne Revolution“ beworben.

Grüne Revolution mit Siemens
Mit Dank an Alex D.

Korinthe (72): geordnete Insolvenzen

Während Klaus Franz, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Opel, noch hofft, die „geordnete Insolvenz“ werde das Unwort des Jahres und Spiegel-Online dieses für die deutsche Politik (gemeint ist der Bundeswirtschaftsminister) noch apostrophiert, ist die Sache in den USA für die  Berichterstattung schon beschlossen:

„Barack Obamas Experten planen für GM eine Radikalsanierung – der Autoriese soll in die geordnete Insolvenz.“

Geordnete Insolvenz als Unwort des Jahres

Geordnete Insolvenz als Unwort des Jahres

Lesebeute: Kriminal-Studie verzerrend dargestellt

  • Heftige Kritik an der journalistischen Präsentation einer Studie des medial hyperpräsenten Christian Pfeiffer äußert die Neue Zürcher Zeitung. «Jugendliche in Deutschland als Opfer und Täter von Gewalt» heißt das Werk des Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen. Wer Studie und Berichterstattung (sowie 2 und 3) vergleiche,  „wird Anlass zum Erschrecken finden, weil das Medienecho nicht nur den Schwerpunkt der Studie grob verzerrt wiedergibt, sondern auch eine völlige Kritiklosigkeit gegenüber den methodischen Fragwürdigkeiten des Unternehmens erkennen lässt.“
  • Die Initative Nachrichtenaufklärung hat die vernachlässigten Top-Themen 2008 präsentiert.
  • SpOn-chef Büchner wird Chefredakteur der Deutschen Presseagentur (dpa).
  • Zu Büchners Online-Plänen derzeit beim Spiegel gibts ein Kress-Interview.
  • Auch der Spiegel hat mit Anzeigenrückgang zu kämpfen.
  • Die Galle hoch kam Joachim Müller-Jung, weil Spiegel-Online embryonalen und fötale neuronale Stammzellen verwechselt hat. Ist aber korrigiert.
  • Mit Buzzriders.com will Robert Basic „Spiegel Online und Heise angreifen“, sagt er im Meedia-Interview.
  • Dass Spiegel-Online die Pinneberger für die schlechtesten Autofahrer hält, sorgt bei den Betroffenen für Unmut, der im Abendblatt gelüftet wird.