Die böse böse britische Presse

Nein, diese schlimmen Boulevardblätter im vereinigten Königreich aber auch immer! “Paparazzi versauen Williams Freundin den Geburtstag”, titelt Spiegel Online. Im Artikel heißt es:

Verfolgt von einer wahren Pressemeute musste Middleton ihren Geburtstag verbringen. Mehr als 20 Fotografen und fünf Fernsehteams belagerten schon am Morgen die Wohnung der jungen Frau im Londoner Nobelviertel Chelsea. Auch ein Polizist konnte nicht verhindern, dass die Paparazzi Middleton beim Verlassen des Hauses den Weg versperrten.

Doch langsam beginnen auf der Insel die ersten Boulevardmedien-Macher, sich von derlei abstoßenden Praktiken zu distanzieren:

Die immer aufdringlichere Verfolgung weckt ungute Erinnerungen an das Schicksal von Williams Mutter, Prinzessin Diana. Sie wurde auf Schritt und Tritt von der Presse begleitet – auch in der Nacht ihres Unfalltodes 1997 in Paris. “The Sun” gibt sich nun einsichtig. Die Zeitung will künftig keine Paparazzi-Fotos der Prinzenfreundin mehr veröffentlichen.

Keinerlei Einsicht zeigt dagegen Spiegel Online, das es tatsächlich in dem gleichen Artikel schafft, sich sowohl über die Boulevardblätter aufzuregen als auch selbst die gleichen Fotos zu zeigen: Erstens ein großformatiges Paparazzi-Foto von der im Artikel beschriebenen Szene zu Kate Middletons Geburtstag und dann noch eine Fotogalerie mit weiteren Bildern von der Prinzen-Freundin. Unter diesen Fotos ist – neben solchen, die bei offiziellen Anlässen geschossen wurden – noch ein weiteres dabei, das offensichtlich von einem Paparazzi geschossen wurde: Laut Bildunterschrift entstand es auf Gatcombe Park, dies ist der private Landsitz von Prinzessin Anne, der Tochter der britischen Königin Elisabeth II. Aber natürlich zeigt Spiegel Online die Bilder nicht, um damit seinen Lesern einen (verbotenen) Einblick ins Privatleben von Kate Middleton zu geben – sondern ausschließlich, um seiner Chronisten-Pflicht nachzukommen und zu dokumentieren, mit welch fiesen Methoden die böse böse britische Presse arbeitet …

5 Antworten zu “Die böse böse britische Presse”

  1. ja – auf italienisch. In einem deutschen Artikel finde ich es aber korrekt, auch die deutsche Grammatik anzuwenden. Die Mehrzahl des englischen Wortes “kindergarten” heißt ja auch nicht “kindergärten”, sondern “kindergartens”. Mit einem Wort aus einer anderen Sprache importiert man ja nicht gleich dessen ganze Grammatik!

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