Schlagwort-Archive: Medium: Spiegel

Qualitätskriterium Richtigkeit

Richtigkeit” haben wir bei Spiegelkritik lange Zeit für ein Basiskriterium des Journalismus gehalten, das nur ab und an mal gerissen wird. Fehler passieren eben überall (natürlich auch hier im Blog). Aber je mehr Auge und Verstand geschult sind, umso größer wird das Problem. Zwei wesentliche Erkenntnisse haben sich über die Jahre dabei herausgebildet:

  1. Die meisten Fehler entstehen durch freihändige Behauptungen. Sie wären allesamt vermeidbar, wenn es eine penible Belegpflicht gäbe (was der Spiegel ja stets mit seiner “Dokumentation” zu haben behauptet). Diese Belegpflicht sollte zumindest redaktionsintern erfüllt werden, ist aber mit dem Internet auch für alle Print- und Rundfunkbeiträge möglich (denn in der Tat würde es innerhalb der Berichte oft stören). Aber so werden Meinungen zu Tatsachen, Glaube zu Wissen, und Fakten nach Belieben zu neuen komponiert. Mit ein paar Logik-Checks finden sich praktisch auf jeder Zeitungsseite Fehler, ohne dass man dazu allwissender Faktenchecker sein müsste (da dürfte dann oft noch weit mehr im Argen liegen).
  2. Hinweise auf Fehler interessieren Redaktionen und Autoren meist nicht die Bohne. In den Sozialen Medien kann das jeder nachverfolgen, und wir haben zahlreiche besonders krasse Fälle hier im Blog notiert; sie sind stets als Beispiele zu lesen.

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Autopsie: “Diskriminierung an Berliner Schulen verdoppelt”

„Die am weitesten verbreitete Manipulation ist nicht das Hinzuerfinden, sondern das Weglassen”, sagte Brigitte Fehrle kürzlich dem “journalist“, als eine der Erkenntnisse aus ihrer Arbeit in der Relotius-Aufklärungskommission des SPIEGEL Aus unserer langjährigen medienjournalistischen Arbeit können wir bestätigen: der vorsätzliche Fake ist das geringste Problem der  Presse. Schauen wir uns daher in unserer losen Autopsie-Serie einen eher belanglos wirkenden Beitrag von Spiegel-Online (SpOn) an:

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