Archiv des Autors: Redaktion

ZDF-Korrekturen: Keine Programmbeschwerde möglich

Der ZDF-Fernsehrat hat eine Programmbeschwerde zum Telemedienangebot des Senders nicht zur Beratung angenommen. Im Zusammenhang mit der im heute journal am 15. Februar 2026 verwendeten Sequenz eines von Künstlicher Intelligenz (KI) generierten Videos wurde die folgende Behauptung auf der Korrekturenseite des Senders gerügt:

>In einem Beitrag des heute journal vom 15. Februar 2026 hätten KI-generierte Bilder gekennzeichnet werden müssen. Diese Kennzeichnung wurde bei der Überspielung des Beitrags aus technischen Gründen nicht übertragen.<

Nach späteren Darstellungen des ZDF und der Abberufung der Autorin vom Studio in New York ist jedoch mitnichten eine vorhandene Kennzeichnung „bei der Überspielung des Beitrags“ verloren gegangen – es gab sie nie. Weiterlesen

Medienjournalismus: Querverweise (2)

Buckelwal Timmy: Viele Medien diagnostizieren eine Spaltung der Gesellschaft, fühlen sich durch die Proteste Pro-Rettung des gestrandeten Tiers an Coronaleugner erinnert; mal wieder wird ein Konflikt zwischen Unvernunft und Wissenschaft gesehen. Dabei gab es in dieser Tragödie nur verschiedene Meinungen – eigentlich völlig normal für eine demokratische Gesellschaft. Essay, 5 Minuten, erschienen bei Deutschlandfunk Kultur Zeitfragen.

Kriminalitätsberichterstattung in den Medien: Anlässlich der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 wird mal wieder diskutiert, ob und ggf. wann und wie die Nationalität von Tatverdächtigen genannt werden darf oder soll. Telepolis.

Verdachtsberichterstattung: a) Fall Fernandes/Ulmen: Warum Promi-Namen Verdachtsberichterstattung verzerren.
b) Strafanzeigen haben keine journalistische Relevanz (Hintergrund, SpKr)

Sprachkritik: kaufen vs. bestellen

Die juristischen Finessen lassen wir hier mal außer Acht, wenn es darum geht, dass in der Betreffzeile eines SZ-Newsletters steht „Ukraine kauft ‚Rafale‘-Jets“, während es in der Überschrift des Textes heißt: „Die Ukraine bestellt große Menge französischer Kampfjets“. Weiterlesen

Medienjournalismus: Querverweise

Medienkolumne bei TP: Über einen ignorierten Rüffel des Bundesverfassungsgerichts (Beschlagnahme von Smartphones als vorgezogene Strafe) und „Kebab vom bayerischen Wurstfresser – Ungereimtheiten bei der perfekten Aufregung“ (Überschrift mehrfach geändert).

Politisches Feuilleton (DLFK): Bürgergelddebatte – Der fragwürdige Umgang der Medien mit Studien

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Nebelkerze Richtigkeit?

Es sind oft die kleinen Ungenauigkeiten, die auf Qualitätsmängel im Journalismus hindeuten. So wie diese Zusammenfassung im Newsletter der Süddeutschen Zeitung (SZ) von heute Morgen:

„Zuvor hatte das Berliner Verwaltungsgericht die von ihm angeordneten Zurückweisungen Asylsuchender an den deutschen Grenzen als rechtswidrig eingestuft.“

Im zugehörigen Ticker steht es zwar korrekt: Weiterlesen

Tagesschau-Faktenfinder und dessen Definition von Fakten

Dass der-„ARD-Faktenfinder“ auf tagesschau.de einen gewissen politischen Drall haben könnte, wurde schon vielfach medial angedeutet (zuletzt mit größerer Resonanz durch das Buch „inside Tagesschau“* von Alexander Teske, siehe Interview).

Dabei geht es meist um die Frage der Relevanz: Zu welcher Berichterstattung wird überhaupt ein Faktencheck bemüht – und bei welcher werden mögliche oder tatsächliche Faktenfehler ignoriert?**

Ein zentrales handwerkliches Problem ist beim ARD-Faktenfinder wie vielen anderen Fakten-Checks stets, dass zwischen Tatsachen, Tatsachenbehauptungen und Tatsachenvermutungen auf der einen Seite und Meinungen (Bewertungen von Tatsachen, ggf. auch Tatsachenbehauptungen und -vermutungen) nicht unterschieden wird – obwohl davon jede Richtigkeitsprüfung abhängt.

Schauen wir also mal rein werkimmanent auf drei Faktenprüfungen im Beitrag: „Welche Behauptungen von Trump falsch sind“ (11.03.2025). Weiterlesen

„Elon Musk, unser Lieblingsfaschist“

Die Berichterstattung und Kommentierung in deutschen Medien zum Gastbeitrag von Elon Musk in der Welt am Sonntag zeigt fast flächendeckend Qualitätsmängel, die als symptomatisch für den Gesamtzustand gelten können.

Musk hatte auf Einladung der Welt seine Parole „Only the AfD can save Germany“ etwas näher ausgeführt. Gleichzeitig erschien eine Gegenrede des designierten und nun amtierenden Chefredakteurs Jan Philipp Burgard. Weiterlesen

Medienreaktionen auf Archiv-Löschung bei Telepolis

Da hier gelegentlich auch auf Medienkritik bei Telepolis (TP) verwiesen wird, sei auch die Medienkritik an Telepolis gewürdigt. Denn der jüngste Cup, pauschal alle Texte, die vor 2021 erschienen sind, zu depublizieren, hat erwartungsgemäß keine Begeisterungsstürme ausgelöst. (Im relevanten Medienjournalismus ist der Vorgang allerdings noch nicht angekommen.) Chefredakteur Harald Neuber spricht von einer „Qualitätsoffensive“ (Update dazu am Ende): Weiterlesen

Corona-Journalismus: Probleme bei der Gesundheitsberichterstattung

Mit der Qualität journalistischer Berichterstattung rund um die Covid-19-Pandemie haben wir uns hier schon häufiger beschäftigt. Heute ein Link zum Aufsatz „Qualitätsdefizite im Medizin- und Gesundheitsjournalismus – Eine explorative Fallsammlung mit Schwerpunkt Covid-19 und Corona-Pandemie“ (pdf-Version).

Abstract: Anhand von Berichterstattungsbeispielen aus dem Gesundheits- und Medizinjournalismus wird die praktische Bedeutung der Qualitätskriterien Richtigkeit, Genauigkeit, formale Vollständigkeit, Relevanz, Meinungs- und Perspektivenvielfalt, Maßstabsgerechtigkeit und Berichtigung diskutiert. Als Maßstab dient dabei das mit der Berichterstattung erbrachte Orientierungsangebot. Die vorgestellten Einzelfälle zeigen Defizite auf, die sich überwiegend ohne nennenswerten Mehraufwand mit journalistischen Arbeitsroutinen vermeiden lassen. Der Beitrag will so einen Impuls für die Selbst- und Fremdreflexion der Medienpraxis geben. Weiterlesen